so oder so


Per aspera ad astra "Non est ad astra mollis e terris via"

(Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen)


Freitag

#DieZeitistnahe (?)



Im Zuge des Predigens über die "Endzeit"
verwenden heute viele Einzelpersonen
und Organisationen die Worte

"die Zeit ist nahe"

Hört nicht auf sie und folgt ihnen nicht.


Der Herr gab seinen Jüngern
(laut Bibel)
damals einen Predigtauftrag
mit den Worten
"die Zeit ist nahe".
Doch wies er auch darauf hin,
in einer späteren Zeit würde man
an diesen Worten,
die sie zu häufig missbrauchen würden,
die falschen Propheten und "Christusse"
erkennen können.

Googelt Ihr diese Worte und lest mal,
welche Schauergeschichten da auf uns
herabbeschworen werden,
muss man doch im Grunde nur lächeln.
Doch leider lassen sich viele Menschen
davon verunsichern.

Bei diesen selbsternannten Heiligen
und Predigern und Warnern
ist alles schlecht,
was für Viele heilend, wärmend und tröstend ist.

Macht Euch ein Bild,
das in Euren Herzen entstehen sollte
und nicht auf den angeblichen Warnrufen
von Wichtigtuern beruht.

Die Zeit für JEDEN ist dann da,
wenn er abberufen wird.


Freitag

#Märchen #Heinzelmännchen #Wichtel



Die Küchenwichtel

In alten Zeiten, so kann man es lesen,
 lebten in Küchen und Kellern die Wesen,
die allen Menschen wohl bekannt.
Heinzelmännchen war`n sie benannt.

Doch Weh und Ach, sie wurden vertrieben,
so manche Geschichte wurd` drüber geschrieben,
kein Bitten, kein Flehen holt sie je zurück,
doch gab es Erfinder – zu unserem Glück,

die dachten und schraubten und basteln stets fein,
Roboterwichtel ziehn in die Küchen nun ein.
Die kochen und backen und spülen – nicht still –
und auch nicht alleine, wie ich es gern will,

doch mit etwas Antrieb wird alles gemacht,
was schlaue Köpfe sich für uns erdacht.
Nicht Holz und nicht Kohle schlepp ich für den Herd,
es wird auch nicht mit dem Reisig gekehrt,

das Kneten und Rühren quält nicht meine Hände,
kein Ruß färbt den Schrank und all meine Wände.
Ich denke, ich lehne bequem mich zurück,
genieße vom Tag jetzt ein größeres Stück.

Das ist ein Irrtum, denn auf alle Fälle,
bewegt sich kein „Wichtel“, bin ich nicht zur Stelle.
Ich tippe auf Knöpfe, ich schalte Programme,
ich lese die Weisung, ach ja,  kleine Flamme,

der Topf öffnet sich erst, wenn er es so will,
den Zulaufhahn öffnen, sonst steht Minna still.
Ich fluche, die Dose geht wieder nicht auf,
voll Wut hau ich auf den Öffner mal drauf,

schon spritzt das Blut, jetzt dreht sich das Messer.
Ich bin ja auch blöd, wusst` ich es nicht besser?
Das Obst in den Mixer, zerkleinern und rühren,
oh je, das Fleisch muss ich auch noch einfrieren.

Und dann dieser Knall und alles steht still,
gerade, als ich noch das Brot schneiden will.
Maschinen sie schweigen, das Licht ging auch aus.
Da flog doch mal wieder die Sicherung raus.

Wie war zu Köln es doch vordem…








Donnerstag

#AlleJahrewieder

Alle Jahre wieder

Ganz kribbelig sind die Kinder schon.
Der Vormittag war ganz dem Aufräumen gewidmet, das Kinderzimmer musste glänzen, denn es sollte dort heute das Christkind einziehen.  Nun saßen sie mit der lieben Tante Ira in der großen Wohnküche und spielten Mensch Ärger Dich Nicht. Vati war eben erst von der Arbeit gekommen und im Schlafzimmer verschwunden. Durch das Schlafzimmer kam man in das Kinderzimmer.  So war das damals in den großen alten Häusern, in denen nun eine Etage für 3 Familien reichen musste, in der  sich früher die Schlafräume der „Herrschaften“  befanden.
Der Herd bollerte und grummelte, das Wasser im Schiffchen zischte leise vor sich hin. An den Fenstern wuchsen die Eisblumen und verzauberten den Raum, der mit ein wenig Tannengrün und selbst  gebastelten Sternen schon sehr behaglich war.
Kein Geräusch drang aus dem Zimmer nebenan und schon gar nicht aus dem dahinter liegenden.
„Oh. wann kommt denn nur endlich das Christkind?“ Martin sprach aus, was auch die Geschwister bewegte.
„Wenn die Glocke läutet“, sagte Tante Ira, „doch das dauert noch eine ganze Weile.
„Aber warum kommen Vati und Mutti da gar nicht mehr raus?“
„Nun, sie müssen doch dem Christkind helfen, denkst du denn, das kann bei allen Menschen alles alleine machen?“
„Aber es hat doch die Engel und Zwerge als Helfer.“
„Ja sicher, doch die Eltern müssen dann schon aufpassen, dass auch kein bisschen vergessen wird.“

Da, Schritte! Alle Augen klebten an der Tür, alle Ohren waren gespitzt, war schon der zarte Glockenton zu hören, an den die Größeren sich noch erinnerten? ...Nein, nur Vati und Mutti kamen rein und sahen gar nicht so aus, als hätten sie das Christkind schon gesehen.
„Ist das Christkind schon da?“ Alle waren gespannt auf die Antwort, doch Vati schüttelte nur den Kopf. „Ich habe euch doch gesagt, dass es sich nicht blicken lässt, solange Menschen im Zimmer sind, wir mussten nur den Flügel richtig hinstellen, damit wir auch singen können, wenn es soweit ist. Jetzt essen wir erst mal etwas.“
Die Aufregung war aber so groß, dass die Kinder wie aus einem Mund riefen:“…keinen Hunger!“
Doch als Mutti dann aus dem Abstellraum den großen Teller mit den belegten Brötchen hervor holte, lief den Kindern das Wasser im Munde zusammen. „Brötchen!“  „Mit Kochschinken!“  „Aufgeklappt!“
So ein Festmahl, sie konnten es kaum erwarten, dass das Tischgebet gesprochen war und schon verschwanden die Brötchen Stück für Stück in den kleinen Mäulern. Ganz still wurde es am Tisch, denn auch die Erwachsenen widmeten sich, ein wenig erschöpft, dem seltenen Genuss.
Vati stand dann auf und ging zum Radio.
„So, nun wollen wir mal hören, ob für Kinder eine Sendung kommt. Dann ist das Warten nicht so lang.“
Die bekannte Kinderstundenmelodie erklang und die Stimme des Sprechers kündigte an: „ Liebe Kinder, nun hört ihr die schöne Geschichte von Peter Rosegger:  Als ich die Christtagsfreude holen ging.“
Voller Erstaunen darüber, was so ein kleiner Junge damals alles machen musste, wie viele Stunden er unterwegs war, um für das Weihnachtsessen einzukaufen, mit welchen Schwierigkeiten er fertig werden musste, ganz allein auf sich gestellt, lauschten sie mit heißen Ohren und offenen Mündern.
Sie bemerkten nicht, dass die Eltern nach einem kurzen Nicken in die Richtung der Tante wieder die Küche verließen, so sehr waren sie im Bann der Geschichte.

Als Vati das Radio ausstellte, kamen so viele Fragen, die aus den Kindermündern purzelten, doch Tante Ira legte den Finger an die Lippen:“ Psst, wir müssen lauschen, ob wir das Glöckchen hören und wollen doch das Christkind nicht erschrecken.“
Und dann, endlich…eine kleine Glocke erklang und als die Kinder aufsprangen, öffneten sich die Flügeltüren der großen Zimmer, es setzte das Vorspiel zu IHR KINDERLEIN KOMMET  auf dem Flügel ein, das nun mit hellem Sopran von Mutti angestimmt wurde, Vati, der am Flügel saß, fiel mit warmem Bariton ein, und Tante Ira betrat mit den Kinder , die nun das Lied mitsangen, das  hell leuchtende Weihnachtszimmer.
Ganz andächtig gingen die Blicke zu dem wunderschön geschmückten Baum, hier hingen die kleinen Trompeten, die Pferde und Engel, sowie Kugeln aus dem alten Bauernsilber, die alle schon in Vatis und Tante Iras Kindheit jedes Jahr an deren Weihnachtsbaum hingen, dann waren süße Sachen aufgehängt, kleine Äpfel und viele Kerzen, die leise flackerten. Der große Tisch, an dem sie sonst bastelten oder Hausaufgaben machten, war heute ganz in weiße Tischtücher gehüllt, die aber nicht glatt auflagen, sondern kleine Berge und Täler aufwiesen und so die freudige Erwartung der Kinder noch steigerte.
Alle setzten sich nun und Vati las die Weihnachtsgeschichte vor.
Als nun STILLE NACHT HEILIGE NACHT erklang, wischte sich die Tante, in Erinnerung an eigene Kindheit und Jugend, die nicht mehr lebenden Eltern, ein paar kleine Tränen fort.
Nun waren die Kinder dran: ihre Gedichte und Lieder, ihre selbst gebastelten Geschenke wurden voller Stolz dargebracht.
Und endlich…endlich wurden Tischtücher gelupft und erst noch ganz starr vor Aufregung und innerer Andacht fielen die Blicke auf die bunten Teller, da auf eine Bommelmütze, einen Schal, dringend benötigte Handschuhe, doch auch Angelina, die heißgeliebte Puppe lachte vom Tisch, akkurat in die gleichen Stricksachen gehüllt, die auch für die Puppenmutter vorgesehen waren; da kamen noch Bausteine, eine Mundharmonika für den Großen, ein Schaukelpferd für den Jüngsten zum Vorschein, aufgefrischt in den Farben und wieder blank glänzend.
Heiße, rot glühende  Wangen, glänzende Augen, eifriges Sortieren… Kinderglück.
Doch auch die Erwachsenen freuten sich an ihren kleinen Geschenken und an der Freude der Kleinen.
Immer, wenn es etwas lebhafter wurde, setzte Vati sich an den Flügel und stimmte ein neues Lied an, ach wie viele kannten sie, hatten sie doch abends immer miteinander gesungen und musiziert in der Adventszeit, so hatten sich die Lieder eingeprägt und aus vollem Herzen erklangen  dann auch „Alle Jahre wieder, Oh Tannenbaum  und viele Lieder mehr.
Das Lied „Am Weihnachtsbaume, die Lichter brennen“  war immer der musikalische Abschluss und wenn die Stelle „Zwei Engel sind hereingetreten“ gesungen wurde, richteten sich immer die hoffnungsvollen Augen der Kinder auf die Tür, als erwarteten sie, auch diese Engel zu sehen, sie begrüßen zu können.

Ganz vorbei war Weihnachten noch nicht, denn nun kam das wunderbare Essen: Kartoffelsalat mit Würstchen, auf das sich alle schon so sehr gefreut hatten. Köstlich!

Übermüde, überglücklich lagen spät die Kinder in ihren Betten und konnten schemenhaft vor dem Fenster noch den Weihnachtsbaum stehen sehen;  das Feuer im Ofen war erloschen, der Wind vor den Fenstern blies ab und zu einen kalten Hauch durch die alten Fenster, so kuschelten sie sich tief in ihre Federbetten, die Füße an die in ein Tuch eingeschlagenen heißen Ziegelsteine geschmiegt, noch die Lieder in den Ohren, wollten miteinander reden, doch die Müdigkeit übermannte sie und mit seligem Lächeln lagen dann die kleinen Weihnachtsengel  in den  Kissen, als die Eltern vor dem Zubettgehen noch einmal durch das Zimmer gingen.

Von dem Kirchturm läuteten die Glocken  Weihnachten  1956 ein.

Weihnachten in der Kindheit meines Vater 1923




Sonntag

Kein #Regenbogen sondern ein Schneeeisbogen



Schneeiesbogen

Freunde, sagt mir, ich will‘s wissen,
wie heißt es, wenn Sonn‘ auf Schnee
trifft - in hellen Himmelsauen -
in dem großen Wolkensee.

Dort, wo wild die Flocken tanzen,
fangen  ein das Sonnenlicht,
schimmert eine Himmelsleiter,
Farben, die die Kälte bricht.

Nein, es ist kein Regenbogen,
wie er sonst am Himmel steht,
er ist schöner,  klar und leuchtend,
so voll Eis und ganz beschneet.

Ja, es ist ein Schneeeisbogen,
wie Kristall, aus Luft und Licht,
ihm nun widme ich voll Freude
dieses Namensnenngedicht.


floravonbistram 1968



Samstag

#WeltgedenktagfürverstorbeneKinder

"Weltgedenktag für verstorbene Kinder

Jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember stellen seit vielen Jahren Betroffene rund um die ganze Welt um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterkette 24 Stunden die ganze Welt umringt.

Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen.

Es wärmt ein wenig das kalt gewordene Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen tut.

Vielleicht stellt auch ihr im Dezember eine Kerze ans Fenster - zur Erinnerung an all die Kinder, die ihre Wünsche und Träume nicht mehr leben dürfen".

Diesen Text findet ihr auf so vielen Seiten im Net, das zeigt uns, wie viele Menschen um ihre Kinder immer wieder neu und unendlich viele Jahre schon trauern.

Ich trauer noch immer um 5 Kinder, die mit der heutigen Technik vielleich eine Chance gehabt hätten.




Mittwoch

#Advent #Frieden #Weihnachtsbotschaft



Ihr Lieben,

es gibt so viel Hass auf dieser Welt,
so viel Elend, Kummer und Schmerz,
da sollte es unsere höchste Aufgabe sein,
diesem mit Liebe, Verständnis, Hilfsbereitschaft
und auch mal mit Duldung der Dinge entgegen zu treten,
die uns absolut nicht gefallen.
Nicht immer nachtreten wollen,
sein ICH als Höchstes ansehen,
nicht Verfolgung, Vergeltung und Rache
sollte unsere Tage bestimmen.

Keiner weiß, wie lange er hier weilt,
keiner weiß, was danach kommt,
es sei denn, er trägt einen bestimmten Glauben in sich.
Frieden erreicht man nicht
mit lautem Umsichschlagen.
Lasst uns darum versuchen,
immer wieder aufs Neue
ein kleines Licht des Friedens anzuzünden.
Glaubt mir, mit Hass, Unfrieden und bösen Worten
machen wir den Boden fruchtbar für ebensolches.

Ich möchte den Boden um mich herum mit Liebe düngen,
möchte kleine Hoffnungssetzlinge pflanzen,
dass sie Wurzeln schlagen
und Früchte des Friedens tragen.
Ich weiß, dass Ihr das auch wollt und danke Euch dafür.

Eine gesegnete Zeit wünsche ich allen von Herzen.


Eure Flora


Dienstag

#Stimmrecht #Wahlen Wusstet Ihr....???


...dass es das Stimmrecht für Frauen in der Schweiz erst seit 1971 gibt???
1971 führte die Schweiz das Frauenwahlrecht auf Bundesebene ein - als vorletztes Land in Europa (in Liechtenstein wurde es 1984 eingeführt), und lange nach der Türkei, Afghanistan oder Haiti. 66 Prozent der stimmberechtigten Männer hatten sich am 7. Februar vor 46 Jahren in einer Volksabstimmung dafür ausgesprochen.
Das Wahlrecht für Frauen hat sich im 20. Jahrhundert höchst zögerlich ausgebreitet.

1902 Australien
1906 Finnland
1913 Norwegen
1915 Dänemark, Island
1917 Kanada, Niederlande, Sowjetunion
1918 Deutschland, England, Irland, Luxemburg, USA
1919 Österreich, Polen, Schweden, Tschechoslowakei
1931 Spanien
1944 Frankreich
1946 Italien
1947 Argentinien, Bulgarien, Burma, China, Venezuela
1948 Belgien, Israel
1949 Ungarn
1952 Griechenland
1971 Schweiz
1984 Liechtenstein



Sonntag

#BadBerleburg #Sauerland II

Da ich wohl im Hochsauerland kein Netz habe, sage ich für ein paar Tage Tschüss! Meine Tochter fährt zu einem Lehrgang in meine alte Heimat, Bad Berleburg und das ist eine Möglichkeit, mal eben meine Kusine zu besuchen. Es geht ihr nicht sehr gut, sie ist über 80. Zu den Gehproblemen kommen nun auch noch die Augen, an denen sie mehrfach operiert wurde. Grüner und grauer Star machen ihr das Leben schwer. Da ich viel Zeit meiner Kindheit dort verbrachte und liebevoll von Großtante, Tante und Großonkel verwöhnt wurde, hänge ich sehr an dieser meiner Herzens-Zweitfamilie und meine Kusine (2.Grades) ist im Grunde das letzte Bindeglied. Klar habe ich auch Kontakt mit ihren Kindern, aber das ist natürlich relativ lose. Ich freue mich, denn wer weiß, was so geschieht

Uns begleitete Regen, Regen, Regen und dennoch...Meine Tochter ist toll gefahren und mein Sauerland, meine alte Heimat und das Zusammensein mit meiner 81 jährigen Kusine, schenkten mir tolle Glücksmomente.
Die Fotos der Hinfahrt haben ihren verwischten Regenreiz und gefallen Euch vielleicht auch...trotz Scheibenwischer und ab und zu erwischtem Spiegel





























Der zweite Tag im Sauerland zeigte sich teilweise freundlicher. So nutzte ich die Sonnenmomente, um um das Haus meiner Kusine herum meine Kindheit zu bannen. Die Häuser jenseits der Straßenseite gab es damals nicht. Das waren alles Wiesen und Gartengebiete, einzig das Haus gegenüber stand schon dort, allerdings kleiner. Doch die Häuser auf Kusinenseite entlang der Straße erinnern...da lebte die kleine Freundin, da jener Freund...auch im Dorf waren Kinder, die mich durch die Jahre begleiteten. Der Garten hinter dem Haus ist verändert, dem Alter geschuldet pflegeleicht. Mehr als die Hälfte bekam der Sohn und baute sich dort ein Haus, man schaut direkt drauf. Keine Hühner, keine Ziegen und auch kein Plumpsklo mehr...natürlich schon sehr lange nicht mehr.
Das erste Mal war ich mit vier Jahren länger dort, dann in vielen, vielen Ferien. Doch auch als Erwachsene kehrte ich immer wieder dorthin zurück.

Vom Wohnzimmer und von meinem Schlafzimmer aus schaut man auf die Eder und aus dem gemütlich plätschernden Fluss steigen auch die Erinnerungen auf, schweben zum Wehr, zeigen unsere übermütigen Schwimmspiele, die wagemutigen Sprünge von der alten Weide, was natürlich verboten war...zu gefährlich. Doch es passierte zum Glück nichts. Forellen fangen und am Stock braten...da machten auch die Erwachsenen mit. Herrliche Kindheit und Jugendzeit im kleinen Dorf bei Bad Berleburg und in mir schon die leichte Trauer...meiner Kusine (81) geht es gar nicht gut. Mir ihr wird wieder ein Stück Heimat vergehen...






Freitag

#Narben #Herz-#Schmerz-#Gedichte

Das neue Buch ist da.
Da wir Schreiber oft belächelt werden, habe ich es  Narben, mit Untertitel Herz-Schmerz-Gedichte genannt


https://www.bod.de/buchshop/narben-flora-von-bistram-9783744868280


#Sauerland #BadBerleburg #Arfeld/Eder



Es ist mal wieder soweit...Besuch der alten Heimat. Vom 1. bis zum 7. Lebensjahr lebte ich hier, verbrachte dann alle meine Ferien hier bei Patentante in Berleburg, bei dem Bruder meiner Oma und dessen Familie in dem beschaulichen Arfeld/Eder und bei Oma in Siegen, meinem Geburtsort.
Nur meine Kusine lebt noch. Mittlerweile ist sie über 80 Jahre alt und kann sich kaum noch draußen bewegen. Noch lebt sie in ihrem Haus, das für mich altvertraute Heimat ist. Im vergangenen Jahr wurde im Erdgeschoss umgebaut, damit sie alles behindertengerecht hat und dank Pflegedienst hat sie neben ihrer Putzfrau auch Unterstützung, um im Alltag einigermaßen zurecht zu kommen. Die drei Kinder leben nicht vor Ort, kümmern sich aber nach Zeit und Kräften.
Ich freue mich so sehr, habe ich sie doch mehrere Jahre nicht gesehen... sie hatte in den letzten drei Jahren mehrere Klinikaufenthalte...grüner Star, greauer Star, Wirbelsäule, Oberschenkelhalsbruch etc

Nun werden wir wieder wie in alten Zeiten quatschen, bis Fransen am Mund sind. Machen wir zwar auch am Telefon, doch Auge in Auge ist es doch immer schöner.
Ich nehme meinen Lappi mit, um sie nachträglich an der Hochzeit meines Sohnes und viel, viel mehr teilnehmen zu lassen.

Hier Erinnerungen an früher aus meinem Buch Lebensscherben:


50er Jahre

Ferien in Arfeld, nur vier Kilometer von Berleburg ent­fernt. Susi war schon recht aufgeregt. Großonkel Paul war der Bruder von Oma. Und der lebte hier mit seiner Frau Marte in dem beschaulichen Dörfchen. Er hatte ein Auto, eine Werkstatt eine Tankstelle und ein Haus mit viel Garten dahinter. Die beiden hatten eine Tochter Waltraud und einen Sohn Franz. Waltrauds Mann war wie so viele Männer aus dem Krieg nicht wieder heimgekommen. So lebte sie mit ihrer Tochter Helga bei den Eltern.
Franz war verheiratet und lebte mit seiner Frau Ruth und den Kindern neben der Tankstelle und Werkstatt seines Vaters, in der er auch mitarbeitete, in einem kleinen Be­helfsheim, das sehr gemütlich war.
Oft schon waren sie alle hier gewesen. Die beiden Kleinen ka­men in einen Bollerwagen und dann marschierten die ganze Familie los … immer durch den Wald voller Düfte und Geräusche, die schön und spannend zugleich waren. Es waren ja nur 5 Kilometer und es wurden auch Pausen gemacht.
Nie hinterfragte Susi, warum sie laufen musste und der ein Jahr jüngere Martin mit dem Baby zusammen gefahren wurde. Es war einfach so. Doch manchmal nahm sie der Vater auch eine kurze Zeit lang auf die Schultern, wenn ihr Schritt zu langsam wurde.
Susi staunte immer wieder, wenn sie in dem kleinen Ort ankam.
In dem großen Garten liefen Hühner herum und Ziegen. Man schaute über ein paar Felder und konnte die Eder se­hen. Wie gerne ging sie dort mit Tante Waltraud und Helga spazieren. Helga war schon groß, dreizehn Jahre älter als die Fünfjährige und nicht oft zu Hause. Sie arbeitete in Siegen und wohnte dort eine ganze Zeit bei Susis Oma.
Die Eder war so verlockend, aber auch gefährlich. Das eif­rige Kind lernte früh zu schwimmen, denn die Eltern wa­ren mit ihr und den Brüdern bei schönem Wetter oft in der städtischen Badeanstalt, so konnte sie mit den Dorfkindern in dem hier sehr schmalen und seichten Fluss spielen, ver­suchen, die kleinen Fische mit den Händen zu fangen, von Stein zu Stein hüpfen und den Sommer genießen, frei wie ein Vogel, ohne Bestrafungen oder Schimpfe, nur in die Nähe des Wehrs durften sie nicht, das war verboten.
„Komm Susi, wir wollen in den Stall, die Hühner müssen raus.“
Da sputete sich die Kleine aber.
Morgens durfte sie mit Tante Marte im Hühnerstall Eier einsammeln und die Klappe aufmachen, durch die alle Hühner und der bunte Hahn in den Garten konnten. Diese durchliefen dann ein Laufgitter, dass sie an dem Nutzgar­ten, in dem es so leckere Stachelbeeren, Johannisbeeren, leckere Erbsenschoten, Salatköpfe und viel, viel mehr gab, vorbeilotste, bis zu der großen Wiese, die sich anschloss. Dort konnten sie den ganzen Tag picken und hacken und kratzen oder einfach sich nur in eine Mulde kuscheln, den Kopf unter einen Flügel geschoben und schlafen oder dösen. Manchmal fand Susi auch ein Ei im Garten, einfach in das Gras gelegt. Das war immer wieder eine Überraschung und Freude. Und dann die drei Ziegen, da gab es leckere Ziegenmilch. Ganz frisch gemolken war die Milch noch warm, wurde durch ein Tuch gegossen und schmeckte … ganz anders als Kuhmilch, herb, würzig…
In der Küche duftete es immer ganz herrlich. Da war es einmal Kuchen, den es nicht nur am Sonntag gab oder leckere Braten. Aber der wunderbarste Geruch war der, wenn Marmelade und Saft gekocht wurden.
Wenn alle nachmittags im Wald und auf dem Berg waren, sammelten sie die Eimer voller Himbeeren und Brombeeren. Dann wurde ein Stuhl umgedreht, auf einen anderen ge­stellt, ein Tuch zwischen die Stuhlbeine gespannt und die herrlich duftenden Beeren darauf geschüttet. Unter dem Tuch stand ein Eimer. Dunkelrot floss nun der Saft durch das Tuch und wurde später zu Gelees und Sirup verarbei­tet. Ganz spannend war das. Mit ihren fast fünf Jahren passte Susi ganz genau auf, damit ihr nichts entging.
Starke Wärme verbreitete der große Herd, der trotz der noch sommerlichen Temperaturen auch tagsüber nie aus­ging. Der Wasserkessel summte immer vor sich hin, das Prasseln des Feuers wirkte wohltuend heimelig und beru­higend. Es bedurfte keiner großartigen Manöver, um Susi dann ins Bett zu bekommen. Die Augen fielen ihr nach so einem Tag ganz von alleine zu.
Einmal nur konnte das Kind nicht einschlafen. Da erzählte Tante Marte ihr die Geschichte von den Nebelfrauen an der Eder, die Kinder, die nicht schlafen wollen, einfach wegholten und nicht zurückbrachten. Erschrocken schloss die Kleine ihre Augen und muckste sich nicht mehr. „Wenn ich mich nicht rühre, merken die Nebelfrauen nicht, dass ich noch wach bin“, dachte sie und hielt ängst­lich ihre Puppe an sich gepresst.


60er Jahre

Sommerferien!!! Zeugnisse!!!
Lautes Gewoge der Kinderstimmen auf dem Schulhof, traurige Kinderaugen, ängstliche Gesichter, aber auch la­chende.
Susi und ihre Freundinnen liefen untergehakt zum Schul­bus. Der Weg führte durch die kleine Stadt Hohenlimburg. Sie waren sehr aufgeregt. Betti erzählte von dem bevor­stehenden Urlaub auf einer spanischen Insel, von der die anderen noch nie etwas gehört hatten. „… und stellt euch nur vor, wir fliegen mit dem Flugzeug! Zwei Wochen bleiben wir da.“
Anka lachte, „Da hätte ich viel zu viel Angst, ich fahre mit meinen Eltern und meinen Geschwistern eine Woche nach Bayern!“
So wurde immer wieder von jedem erfragt, wie er die Fe­rien verbringen würde. Viele blieben zu Hause und freuten sich auf lange heiße Wochen in der Badeanstalt.
Susi lächelte, ihr Zeugnis war gut, sie konnte ganz ruhig sein.
„Ich fahre zwei Wochen zu meiner Patentante, von da aus zu meinem Großonkel und seiner Familie vier Wochen. So bin ich für die ganzen Ferien weg.“
Die Mädchen umarmten sich immer, wenn eine aussteigen musste, winkten noch lange dem Bus hinterher. Ja, die alte Straßenbahn war abgeschafft worden und über die meisten Strecken fuhren nun geräumige Busse, deren Sitze nicht mehr aus hartem Holz, sondern gepolstert waren.
Kaum zu Hause, ging auch schon die Reise los.
Susi hatte sich mit Büchern eingedeckt für die Zugfahrt. Wunderschöne Landschaften flogen an ihr vorbei, ohne dass sie einen Blick dafür hatte. So vertieft war sie, wie immer, in das Leben der Akteure in den Geschichten. Der freundliche Schaffner, diesmal nicht der bekannte Onkel Adolf, gab ihr Bescheid, als der Umsteigebahnhof erreicht war, half ihr mit dem kleinen Koffer und zeigte den richti­gen Anschlusszug.
Und da stand dann auch schon Tante Ira, die in den Jahren seit dem Wegzug ihrer Familie diese bereits drei Mal im neuen Heim besucht hatte. Und Susi hatte schon zwei Mal die ersten beiden Ferienwochen bei ihr verbracht, um von dort aus weiter nach Arfeld oder zu der Oma zu fahren.
Die Augen voller Tränen, glücklich, ihr Mädelchen wieder zu haben, schloss Ira das Kind in die Arme.
„Susi, du bist ja so groß für deine zwölf Jahre, ich erkenne dich kaum wieder und so dünn bist du.“
Der Weg vom Bahnhof zu der kleinen Wohnung war lang und beschwerlich, denn am Berleburger Schloss vorbei ging es nur bergauf. Aber erzählend und lachend wech­selten sich beide mit dem Koffer ab und erreichten das Haus, erhitzt, durstig, aber sehr glücklich.
Was für eine Zeit. Susi genoss die warme Fürsorge der Tante. Jeden Tag unternahmen sie etwas. Sie lernte bei je­dem Besuch ihre alte Heimat näher kennen, denn etwas verblasst waren die Erinnerungen an diese Stadt, die ersten Eindrücke wie Kindergarten und Einschulung, doch schon gewesen.
Badeanstalt, Eis essen, die alte Kindergärtnerin besuchen, beim Milchmann reinschauen, welch eine Freude. Tante Lotte, eine frühere Freundin von Mutti und die ganze Fa­milie besuchen, ein Besuch in dem alten Haus, bei Werner, dem Freund des Vaters und seiner Familie, die alle den gleichen Nachnamen trugen wie Susi und Ira, ohne mitein­ander verwandt zu sein, welch ein Spaß war das …
Die Schlossbesichtigung ‑ nie durfte sie fehlen bei ihren Besuchen. Beeindruckende Gemälde, die großen Säle, Treppen, Türmchen, Ritterrüstungen, alles das war für Susi schon vertraut und lieb geworden. Der Schlosspark, wo man nur „ Hansi, Hansi“ rufen musste, und schon flitzte ein Eichhörnchen einem mit kratzigen Krallen am Bein hoch und schnappte sich die bereit gehaltenen Nüsse aus der ausgestreckten Hand.
Dann lernte sie eines Tages die Schlosskinder kennen, die spielend und jauchzend durch den Park tobten. So hatte Susi sich dann doch nicht die Prinzen und Prinzessinnen vorgestellt, die sie mit einbezogen in ihre Spiele, keine Samtkleider und Pluderhosen trugen … schön, lustig, aber auch ernüchternd.
Und dann der Mittagstisch.
Tante Ira lebte ja allein. Ihre Mittagspause war nur kurz. So hatte sie sich eines Tages entschlossen, am Mittagstisch eines nahe liegenden Hotels teilzunehmen, wo für diese Dauergäste ein gutes, aber auch kostengünstiges Mittages­sen angeboten wurde. Und nun durfte Susi wieder mitge­hen und das alles genießen.
Wie vornehm ihr doch alles vorkam, wie sehr musste sie lachen, wenn der Kellner mit schelmischem Augenzwin­kern sich vor ihr verbeugte und sie kleines Fräulein nannte.
Das Essen war überwältigend. Schlichte Hausmannskost gewohnt, boten sich nun eine Vorsuppe, Hauptspeise und Nachtisch an, jeden Tag.
„Ich kann mich nie mehr bewegen“, lachte sie oft und die Tante strahlte. Wie liebte sie dieses Kind, das so ganz nach ihrer Familie kam. Aber sie fürchtete auch den Tag, an dem dieser Sonnenschein ihr wieder genommen wurde. Sie hatte nicht mehr Urlaub, sonst hätte sie Susi die ganzen Ferien behalten. Um so mehr genoss sie die Zeit, die sie hatten. Wie sehr hellte dieses Kind ihr Leben auf. Allein die Abende, wie komisch konnte Susi andere nachmachen. Blitzschnell änderte sie mit den langen Haaren ihre Frisur. Mit Tante Iras Brille auf der Nase und eng gebundenem Knoten konnte sie ganz strenge Erzieherin sein, mit wild verwuscheltem Haar mimte sie das Mädchen Liane, dessen Leben im Kino gelaufen war, und mit frechem Pferde­schwanz spielte sie die Dalli von den Immenhof-Kindern. Zusammen hörten sie Tante Iras Schallplatten von ihrem Schwarm Freddy und sangen mit.
Und ehe man sich versah, war schon die schöne Zeit vor­bei. Susi war nur sehr kurz traurig, ging es doch weiter zu der Kusine von Mutti. In dem kleinen Dorf gab es so viel zu erleben, in Haus und Garten war es so aufregend, wie es immer schon für Susi gewesen war. Die Eder lockte zum Schwimmen und man traf dort die Freunde vom vergange­nen Jahr, die Susi wieder ohne Probleme in ihrer Mitte aufnahmen.
Helga war inzwischen verheiratet und lebte mit ihrem Mann Heinz bei Mutter und Großvater. Die alte Großtante war inzwischen verstorben.
Doch die vertrauten Gerüche waren geblieben, die Küche mit dem großen Herd, die gemütliche Eckbank, der Priem kauende Großonkel …
Sie lernte von den Dorfjungen tauchen und reiten, wagte sich auf einen Baum, der als Sprungbrett in die Eder diente, sie durfte mit den Freunden am Wehr sitzen und nach den kleinen Fischen schnappen.
Unter dem Ufer tauchten die Kinder und fingen Fische mit bloßen Händen.
Mit Christas Mann machte sie Radtouren. Er besaß ein Tandem und arbeitete damit in der Blindenbetreuung. So konnten auch diese Menschen durch Wald und Feld ra­deln, die sehenden Augen auf dem Sitz vor sich. Und manchmal nahm er Susi mit, wunderbare Touren durch die kleinen Straßen, an den Dörfern und Wäldern vorbei.
Kindheit, leicht, unbeschwert, fröhlich und glücklich. Susi war unendlich dankbar, dass sie so viele Eindrücke sam­meln durfte.
Wie schnell verging die schöne Zeit, viel zu schnell und schmerzhaft kam der Abschied.
Die Zugfahrt zurück ging durch Berleburg und da stand Tante Ira und ließ es sich nicht nehmen, während des kur­zen Aufenthaltes ihrem Liebling noch mal schnell fünf Mark Taschengeld zuzustecken, eine schnelle Umarmung und schon ging es wieder heimwärts.
Susi saß diesmal versunken am Fenster und spürte die Traurigkeit hochsteigen. Doch dann entdeckte sie die Schönheiten des Sauerlandes. Mit offenem Blick nahm sie die satten dunkelgrünen Felder und Wälder wahr. Kühe und Schafe, Pferde und Dörfer … eine Geschichte entstand in ihrem Kopf, ja, diese Geschichte konnte sie den Brüdern erzählen, wenn sie heim kam, und die konnte sie auch auf­schreiben, denn in der Schule würde der erste Deutschauf­satz sicher den Titel tragen: Meine Sommerferien …



Blick vom Balkon auf die Eder