so oder so


Per aspera ad astra "Non est ad astra mollis e terris via"

(Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen)


Mittwoch

#11.September #9/11 #WorldTradeCenter #Anschlag



An diesem Abend vor 18 Jahren gingen 246 Menschen schlafen, bereit für ihren Flug am nächsten morgen. 2.606 Menschen gingen schlafen, um am nächsten morgen auf die Arbeit zu fahren. 343 Feuerwehrleute schliefen ein, bereit für ihre Frühschicht am nächsten morgen. 60 Polizisten gingen schlafen, ebenfalls bereit für ihre Frühschicht am nächsten morgen. 8 Sanitäter gingen schlafen, auch sie waren bereit für ihre Frühschicht am nächsten Tag.

Keiner von ihnen hat nach 10:00 Uhr am 11. September 2001 noch gelebt.

Was soll uns das sagen. In einem einzigen Moment ist das Leben vielleicht nie wieder dasselbe. Alles kann sich von einem zum nächsten Augenblick verändern und alles was Dir je was bedeutet hat, kann für immer Weg sein.

Küsse die Menschen, die du liebst und kuschle dich ein wenig näher an sie heran, während sie friedlich neben dir, denn morgen schon kann ganz plötzlich alles anders sein. Nimm keine Sekunde Deines Lebens als selbstverständlich an. Vor allem, nimm die Menschen um dich herum nicht als Selbstverständlich an, denn man weiß nie, wann man jemanden das letzte mal sehen, küssen oder umarmen kann.

Darf gerne geteilt werden.


Quelle: Kathleen Donahue

Bild könnte enthalten: Wolken, Himmel, Wolkenkratzer und im Freien

Donnerstag

#Sommersinfonie #Melyanna #EluThingol #Liebe #Verliebt #Kurzgeschichte

Sommersinfonie

Er sah ihr einfach nur entgegen, unbeweglich an den Baum gelehnt, die Wange an ihn geschmiegt, so in der Silhouette fast eins mit dem Stamm, unkenntlich das Gesicht im Schatten, doch die brennenden Augen leuchteten. Hier hatte er immer auf sie gewartet, hier, wo er sie das erste Mal gesehen hatte, als er glaubte, einem Spuk zu begegnen.
Erst vier Wochen war es her, dass sich sein Leben so unglaublich verändert hatte.
Wieder einmal war er völlig genervt gewesen von der schrillen Stimme seiner Frau, die ihn beim Heimkommen von seinen wichtigen Außendiensttätigkeiten nur noch mit Ausrufen „woher so spät, warum so schweigsam, du betrügst mich, du bist immer nur müde“ und ähnlichen Ausbrüchen umringte, dass er es nun nach so vielen Jahren nicht mehr ertrug, seine Jacke schnappte und fluchtartig das Haus verließ.
Aufatmend lief er in der beginnenden Abenddämmerung zum nicht weit entfernten Wald, tief den würzigen Duft der Felder und Wiesen, die Geräusche des Waldes aufnehmend, um an einem Baum, den er als den seinen schon seit Jahren erkoren hatte, stehen zu bleiben und den Blick über die Lichtung schweifen zu lassen, die einen schmalen Spalt zum Firmament freigab, durch den er die letzten Himmelsmalereien des Sonnenuntergangs bewundernd aufnehmen konnte, bevor auch das letzte Sonnenlicht sich der hereinbrechenden Nacht beugen musste.
Er zuckte zusammen, glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er plötzlich eine zarte Gestalt im hellen Mondschein durch das Gras tanzen sah. Mit ausgebreiteten Armen, den Kopf in den Nacken gelegt, das in diesem Licht ätherisch anmutende Gesicht dem Himmel zugewandt, drehte sie sich im leichten Nachtwind, dass die langen Haare sie wie duftige Schleier umschwebten, zu einer entzückend geträllerten Melodie.
Starr vor Bewunderung, erstaunt über das heftig klopfende Herz, stand er wie verwachsen mit dem Wald, voller Angst, sich zu bewegen, um den süßen Spuk nicht zu verscheuchen oder unsanft aus einem Traum zu erwachen.
Wie Schmetterlingsflügel bewegten sich nun ihre Arme, bevor sie ganz plötzlich Anlauf nahm, um dann Rad schlagend die kleine Wiese einzunehmen, biegsam wie eine Gerte, leicht wie ein Vogel, dabei immer wieder ein glückliches „Hey“ ausrufend und von Zeit zu Zeit stehenbleibend, um das federleichte Gespinst von Kleid wieder zu ordnen.
Eine winzige Wolke schob sich vor den Mond und verdunkelte den Schauplatz in Sekundenbruchteilen und als sich dieser wieder erhellte, war der Spuk vorbei.
Er löste sich von dem Platz, sein Blick schweifte suchend umher, voller Schmerz und Trauer, als hätte er einen sehr schweren Verlust erlitten.
„Kleine Melyanna“, flüsterte er heiser, „wo steckst du denn?“
Der Name war ihm spontan aus Tolkiens Büchern eingefallen, er bedeutete Liebesgeschenk.
Sein Mund war trocken, sein Puls erhöht, er fühlte sich wie einst der Junge, der heimlich mit den Freunden bei den Mädchen in der Badeanstalt in die Umkleidekabinen geschaut hatte. Doch es wurde schlimmer, denn es bemächtigte ihn eine Unruhe, die er kaum einordnen konnte, ihm wurde heiß in der Erinnerung an die Erscheinung, die sicher kein Traum gewesen war, denn sein Blut wallte und ein Sehnen ergriff Besitz von ihm, wie er es noch nie in seinen nun dreiundfünfzig Lebensjahren gefühlt hatte.
Immer noch am Lichtungsrand entlanggehend, die suchenden Blicke durch Gras und Bäume schickend, bewegte er sich voller Bedauern, aber auch erfüllt von einem unermesslichen Glücksgefühl, in Richtung Straße, um dann nach Hause zu gehen.
Zum ersten Mal in seinem Leben verspürte er ein schlechtes Gewissen, als er seine Frau auf dem Sofa eingeschlafen vorfand, bekleidet mit ihrer schlabberigen Jogginghose, die Haare seit ein paar Jahren kurz geschnitten, „ist praktischer“,
selbst jetzt im Schlaf den ewig unzufriedenen Zug um den Mund und er hörte fast schon wieder ihre Stimme, die ihn seit Jahren quälte.
Er hätte sich gleich scheiden lassen sollen, als sie ihn betrogen hatte, doch er hatte sich von ihren Tränen und Versprechungen überreden lassen, es noch einmal miteinander zu versuchen, was sich im Laufe der folgenden Jahre als schwerer Fehler herausstellen sollte, denn wenn sie ohne ihn zu Feiern oder Feten ging, ließ sie sich gerne als einsame Frau trösten. Er konnte seinen Beruf nicht an den Nagel hängen, er war nun mal selbstständig, war sein eigener Außendienstler, immer gewesen und liebte seinen Beruf, die kleine Firma, die schon sein Vater betrieben hatte, liebte die alte Dame, die die Büroarbeiten schon seit über fünfzig Jahren erledigte, wie eine Mutter, hatte es aber in über dreißig Jahren Ehe nicht geschafft, seine Frau, die nie einen Beruf gelernt hatte und meinte, auch keinen zu brauchen, für die Firma zu interessieren, sie einzuarbeiten, um eine Nachfolgerin aufzubauen, wenn seine zuverlässige Angestellte nicht mehr arbeiten wollte oder konnte. Nein, seine Frau interessierte sich nur für das Geld, das er verdiente, seit sie das Kind, von dem er nicht genau wusste, ob es seins war, durch einen Unfall verlor.
Als er vor Jahren von Scheidung sprach, drohte sie mit Selbstmord und er sprach das Thema nie mehr an.
Doch verlief sein Leben nicht eintönig, da die Fahrten durch Deutschland immer wieder Freude vermittelten, ihm Städte und Landschaften nahebrachten, er mit den Menschen, die er kannte, gute Kontakte pflegte.
Er atmete durch, nahm die Wolldecke, die vom Sofa gerutscht war, deckte seine Frau zu und ging in das Bad. Aufgestützt auf den Waschbeckenrand sah er sich im Spiegel an, verfolgte die feinen Spuren des Lebens, entdeckte einen Glanz in seinen Augen, den er nie vorher gesehen hatte und ein feines Lächeln umspielte die Mundwinkel, zauberte kleine Falten um die Augen und gaben dem Gesicht eine Lebhaftigkeit, die ihn selbst erstaunte.
Der folgende Tag war nur Qual, denn seine Gedanken waren trotz einer traumlos durchgeschlafenen Nacht nicht bei der Arbeit, den Telefonaten, nein, vor dem inneren Auge zog der Zauber der nächtlichen Stunde immer wieder vorbei, verlockte ihn, die Augen zu schließen, um sich Träumen und Wünschen hingeben zu können. Eine einzige Sehnsucht beherrschte ihn, dem Drang nachgeben zu können, wieder zu der Lichtung zu laufen, zu sehen, ob der Wachtraum sich wiederholen würde.

Und endlich brach der Abend an, die fiebrig heiß ersehnte Dämmerung war nah und die weinerliche Stimme seiner Frau, die wieder einmal über die Nachbarin herzog, nicht mehr wahrnehmend, missachtend, verließ er eilig das Haus, seine Füße trugen ihn an den Platz und still verharrend lauschte er, ob er leichte Füße, ein fröhliches Singen auffangen könne, doch alles blieb still, die Stille nur unterbrochen von den Lauten der beginnenden Nacht.
Da, waren das nicht ihre Schritte? Nein, ein Rehbock brach witternd aus dem Unterholz und betrat, immer wieder starr verharrend, die Lichtung.
Zu anderen Zeiten hätte dies den Wartenden zutiefst berührt, liebte er doch den Wald mit all seinem Leben, ja die Natur überhaupt, aber heute war die Enttäuschung übergroß, das heißersehnte Wesen nicht sehen zu können.
Er setzte sich auf den Baumstumpf, in Gedanken die Bilder der vergangenen Nacht heraufbeschwörend, sah die Wolkenfetzen, die den immer noch vollen Mond umspielten, vertiefte sich in die Betrachtung der Sterne, von denen er so gerne mehr wissen wollte, die Zeit es nie zugelassen hatte, sich intensiver damit zu beschäftigen, das Geschäft hatte Vorrang. Bei dem Gedanken nickte er, ja, er hatte sein Leben diesem Geschäft verschrieben, hatte nie nach rechts und links geschaut, nur geradeaus, sorgen für sich und seine Frau, die ihn in jungen Jahren umgarnt und geheiratet hatte, getrieben von seinem ewigen Gefühl, seiner Pflicht auch wirklich nachzukommen, eigene Wünsche und Bedürfnisse außer Acht zu lassen. Es gehörte sich nun mal so, so war er von seinem Vater nach dem frühen Tod der Mutter erzogen worden und er hatte nie versucht, sich aufzulehnen.
Tief durchatmend nickte er und dachte: „Ich will endlich mein Leben leben!“ schreckte im gleichen Moment hoch, erstaunt darüber, dass er es wagte, auch nur an Auflehnung zu denken und merkte dann, dass er es laut ausgesprochen hatte, denn eine leise Stimme antwortete: „Das will ich auch.“
Und da stand sie, klein, zierlich, umflossen von ihren Haaren, die nur mit einem Stirnreif gehalten wurden. Sie war älter, als er vermutet hatte, kein Mädchen mehr, sondern eine reife Frau, die das Funkeln in seinen Augen genoss, seine Hand ergriff, ihn auf die Lichtung führte, um ihn dann in das Gras hinunter zu ziehen. Als er sprechen wollte, legte sie ihm mit einem liebevollen „psst“ ihre Hand auf den Mund, die sie dann aber wegzog, um Platz zu machen für ihre Lippen, die ihn völlig überwältigten und im Wispern des Windes, dem leisen Rauschen des Waldes fanden zwei Menschen sich in einem Reigen voller Sinnesfreude, einer Begegnung der Körper, die in der Zärtlichkeit mit Gefühl den Hunger nach liebevoller Berührung und Vereinigung erkennen ließen.
Er fuhr hoch, war er doch tatsächlich etwas eingeschlafen? Hatte er geträumt, seine Wunschvorstellungen mit in das Abgleiten aus der Wirklichkeit genommen. Er setzte sich auf, fühlte eine leichte Feuchtigkeit und Kühle hochsteigen, erschauerte kurz, um festzustellen, dass er alleine und nackt im Gras gelegen hatte, aber der Haarreif neben ihm, daliegend wie ein Pfand von ihr, bezeugte, dass er alles wirklich erlebt hatte.
Während er sich langsam anzog, huschten Momente durch sein Sinnen, Momente der Lust, der Innigkeit, wie er sie eben erlebt hatte und ihm fiel ein, dass sie nicht einmal voneinander die Namen wussten, geschweige denn mehr, doch er war sich sicher, dieser Traum würde weiter gehen, sie würden sich morgen wiedersehen, hier auf ihrer Lichtung.

Er saß in seinem Auto, straßauf, straßab, kreuz und quer führte ihn sein unruhiges Herz durch die umliegenden Dörfer, umherstreifende Blicke, hoffnungsvoll, das geliebte, von ihm heißbegehrte Wesen zu erspähen, doch umsonst, keine Spur von ihr und so blieb ihm die Hoffnung auf die Nacht und der sorgenvolle Blick zum Himmel, der sich jedoch gleich wieder entspannte, denn der Wettergott war mit ihnen.
Oh mein Gott, wie sehr war er verliebt, nein, das traf es nicht, er liebte, er liebte, wie er es nie zuvor kennengelernt, wie er es auch nie vermisst hatte, denn was man nicht kennt, kann man wohl auch nicht vermissen. Am liebsten hätte er ganz laut gesungen, so übervoll an Glück war er.

Und nun stand er hier wieder, genau wie vor vier Wochen, er sah sie tanzen, wieder tanzen für ihn im Vollmond auf der Wiese, seine kleine Melyanna, wie er sie immer nannte, worauf sie ihn fröhlich lachend als Elu Thingol bezeichnete.
Nacht für Nacht hatten sie sich getroffen, sahen sich an, liebkosten einander, hielten sich in den Armen, doch immer, wenn er Fragen stellte, mehr über sie wissen oder von sich erzählen wollte, verschloss sie mit einem Kuss seinen Mund und schüttelte den Kopf.
Heiße Erregung schoss in ihm hoch, er glaubte, sein Herz müsse vor Liebe zerspringen, ein Gefühl abgrundtiefer Angst erfasste ihn, denn sie hatte gesagt:
“Nur heute tanze ich noch einmal für dich“ und er konnte es nicht einordnen, wie sie es gemeint hatte. Er umklammerte den Baum, die brennenden Augen auf sie geheftet, ihre Bewegungen aufsaugend, um sie für immer festzuhalten, in sich einbrennend, um nie wieder ohne diese Bilder zu sein, ärgerlich wischte er die Tränen ab, die ihm plötzlich in die Augen stiegen…
Und dann war sie verschwunden, weg, einfach so. Er suchte, er rief, er rannte über die Wiese, den Waldrand entlang, entdeckte im feuchten Gras ihren Haarreif, an dem ein Zettel befestigt war, er fluchte, hatte er doch nicht mal ein Feuerzeug dabei, um zu entziffern, was sie schrieb, geschrieben hatte, doch gleich nach Erreichen der beleuchteten Straße glättete er mit bebenden Fingern das Papier.

Geliebter Elu Thingol,
ein Sommermärchen geht zu Ende und ich habe nie, niemals vorher solche Stunden erlebt. Ich nehme sie, trage sie in mir und werde dich fühlen, solange ich lebe.
Such mich nicht, du wirst mich nicht finden, behalt mich im Herzen, in das du mich in unseren Nächten eingeschlossen hast.
Wenn du auf unsere Lichtung gehst, schließ die Augen, sieh mich tanzen, nur für dich und hör in den Stimmen des Waldes, im Rauschen der Bäume, in den Geräuschen der Nacht unsere Sommersinfonie.
Melyanna ist die Gattin von Elu Thingol.

Ich bleibe auf ewig die Deine,
die-der du wieder Leben einhauchtest

floravonbistram

Bild könnte enthalten: Himmel, Wolken, im Freien, Natur und Wasser

Sonntag

Der #Apokalypse-Code

Sehenswerte ARD-SAendung

Kein Text hat unsere Vorstellungen vom Weltende so geprägt wie die Johannes-Apokalypse. Eigentlich heißt Apokalypse "Entschleierung" oder eben "Offenbarung".
Doch das erste Wort des griechischen Originals "Apokalypse" wurde zum Gattungsbegriff für alle Untergangsszenarien. Die Schrift hat Redewendungen geprägt, die noch heute in aller Munde sind.Sie spricht von "vier apokalyptischen Reitern", vom "Buch mit sieben Siegeln", von einem "Tausendjährigen Reich" und "Armageddon", dem Schauplatz des Endkampfes zwischen Gut und Böse. Bis in die Gegenwart hinein werden die rätselhaften Sprachbilder aus der Apokalypse von Warnern, Mahnern und Untergangspropheten aller Art benutzt, um ihren eigenen Spekulationen vom nahen Weltende Geltung zu verleihen.
Namhafte Bibelforscher sind nun dabei, die wahre Bedeutung des Apokalypse-Codes zu entschlüsseln. Für sie enthalten die kosmischen Szenarien Hinweise auf ganz konkrete, irdische Ereignisse, die von den einstigen Lesern des Johannes auch genau verstanden wurden. Die Archäologie der Apokalypse liefert nicht nur den Schlüssel zur Deutung und Datierung des kryptischen Offenbarungstextes, sie lässt auch die Identität ihres geheimnisvollen Verfassers zum Vorschein kommen.
Die Suche auf den Spuren der Apokalypse und ihres Autors führt zunächst nach Patmos. Auf der kleinen Sporadeninsel soll Johannes nach eigenen Angaben - während eines Verbannungsaufenthaltes - seine Visionen erlebt und aufgezeichnet haben. Weitere wichtige Stationen der filmischen Recherche sind das Ausgrabungsgelände von Ephesus in der heutigen Türkei sowie die Papyrussammlung in Wien. Als Experten auf der Suche nach dem Schlüssel zum letzten Buch der Bibel wirken mit: Thomas Söding, Professor für neutestamentliche Exegese an der Ruhr-Universität Bochum, Manfred Lütz, Leiter des Alexianer-Krankenhauses für psychisch Kranke in Köln, und Elaine Pagels, Professorin für Religionswissenschaften an der Princeton University. Sie alle können von ihrem Fachgebiet her interessante Rückschlüsse auf Autor, Text und Sprachbilder liefern.
Letztlich ist es die Verschlüsselung selbst, die die entscheidenden Hinweise liefert. Die Kodierung des Textes mit rätselhaften und teilweise dem Alten Testament entliehenen Sprachbildern soll Autor und Leserschaft vor Verfolgung schützen. Sie sorgen auch dafür, dass die Johannes-Apokalypse als literarisches Werk universale Bedeutung erlangt und das Verfallsdatum der im Text angesprochenen Ereignisse um Jahrtausende überlebt.
Schlüssel zum letzten Buch der Bibel; Film von Friedrich Klütsch; Erstsendung 03.04.2015
Dokumentation
Bildergebnis für Der Apokalypse-Code

#Demenz



Sonntag

#Holocaust #Gedenktag

Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Bahnsteig des Leids

Eine kleine Puppe
verschmutzt und zerfetzt
am Bahnsteig der Züge des Leids

Ein brauner Koffer
mit Namensschild dran
am Bahnsteig der Züge des Leids

Ein grauer Hut
zertreten, verdreckt
am Bahnsteig der Züge des Leids

Ein ängstlicher Mensch
gestoßen, geschlagen
am Bahnsteig der Züge des Leids

Die grauen Schornsteine
sind Wegweiser hier
am Bahnsteig der Züge des Leids

Die Puppe
der Koffer
der Hut
und der Mensch
verwehten im Winde der Zeit

Doch die Schornsteine bleiben
in steter Erinnerung
auch der Bahnsteig der Züge des Leids


floravonbistram 1998

Foto: Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0


Donnerstag

Die #Egomanen #egoman




Für die Amhandyleser hier der Text, 
weil die Schrift auf dem Bild da wohl zu klein ist...

Die Egomanen


Es gibt Menschen, die verstehen es bestens, immer nur zu nehmen.
Es interessiert sie nicht, ob auch die anderen genug haben.
Sie stehen für sich selbst stets an erster Stelle.



Als Beispiel nehme ich mal ein Buffet im kleinen Kreis…
Es sind 10 Personen da. 
Auf dem Buffet gibt es z. B. (neben anderen Leckereien) 
10 Scheiben Lachs, 10 Schinkenröllchen, 10 kleine Frikadellen. 
Normalerweise sagt man sich doch, 
da ist für jeden einmal eine Leckerei gedacht.



Soweit so gut…
Die immer Nehmenden essen z. B. Lachs und Schinken sehr gerne.
Schon häufen sich auf deren Teller 
mehrere Scheiben Lachs und mehrere Schinkenröllchen.
Es interessiert sie auch auf Anfrage nicht, ob andere vielleicht 
auch gerne etwas davon gehabt hätten.



Das Buffet ist nur ein kleines Beispiel, zeigt aber auf, dass diese Menschen auch immer andere ausnutzen werden, 
gerne auf deren Kosten leben, deren Kräfte für sich beschlagnahmen, 
ohne Rücksicht auf deren Wünsche, Krankheiten, Erfordernisse.
Sie verstehen es, nach außen heiter zu sein, mitleidig und herzensgut zu erscheinen, sind oftmals sogar beliebt, 
denn die anderen kennen diesen Menschen ja nicht anders 
und nehmen die Rücksichtslosigkeit erst mal als gegeben an.
(Aber hinter dem Rücken dieses Egos wird fies darüber geredet…)



Jene würden es nicht glauben, weil sie meinen,
die Welt muss sich um sie drehen,
weil die Eltern sie nur verwöhnt haben.
Aber wehe, wenn mal einer seine Meinung offen dazu sagt 
und ein Stopp setzt…
Der wird dann in der Luft zerrissen…



Flora

Mittwoch

#Wintertag am #Meer

Wintertag am Meer

Der Winter kam, ich steh am Meer,
es fehlt heut ganz des Himmel Bläue
der Wind ruft mit dem Wolkenheer:
„Schau, wie ich Winterblumen streue!“

Schickt auch die Sonne keine Strahlen,
so liegt auf Allem sanftes Scheinen,
wenn Schneekristalle ohne Zahlen
sich mit den Wellen zart vereinen.

Weißzarte Flocken, welche Fülle,
fall‘n in die aufgewühlten Fluten,
und draußen in der Schemenhülle
hör ich die Nebelhörner tuten.

floravonbistram 2002


Sonntag

#Jahreswechsel #Silvester #Neujahr

Verabschiedung und Begrüßung


Und wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu
und wieder fragen wir uns:
wie wird das Neue werden?
Packen wir zu viele Wünsche, Träume,
Hoffnungen hinein und sind enttäuscht,
wenn es anders verläuft?

Nehmen wir es doch einfach mal so an,
wie es auf uns zukommt...
begrüßen wir das neue Jahr
wie einen guten Freund,
als würden wir es schon ewig kennen
und lassen uns beschenken...
Denn mal ganz ehrlich,
nur Schlechtes hat uns
noch kein Jahr gebracht!!!

Ich wünsche euch
einen wunderbaren Jahreswechsel
und ein glückliches 2019


FloravonBistram



#Silvester


Silvesternacht

Ich hör ein müdes, leises Seufzen -
ihm lauschend bleib gespannt ich stehn,
seh hell und dunkel, fahl und bunt
gebeugt das Jahr von dannen gehn.

Und sinnend halte ich noch Rast,
denk an sein Wirken kurz zurück,
so viel‘ Nuancen brachte es -
Freud‘, Schmerzen, Kummer, Glück.

Ganz still schau ich ihm lange nach,
nehm meine Andacht hier allein,
bin dankbar für gelebte Zeit
stell auf das Neue Jahr mich ein,

weiß, dass es nicht nur Freude bringt,
seh‘ auch das Leid in aller Welt,
verbeuge mich vor jeder Hand,
die tröstend eine andere hält.

Laut wird begrüßt das junge Jahr,
das strahlend einzieht, Hoffnung schenkt,
doch Freude, Glück und Sonnenzeit
gibt der, der unser Leben lenkt.


FloravonBistram2008
Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

#Weihnachten

Weihnachtswunsch

Wir singen von stiller und heiliger Nacht,
und während wir feiern, doch manch einer wacht :
die Mutter, die bangt um ihr sterbendes Kind,
der Nachtwanderer in dem eisigen Wind,

die Frau tief im Elend mit volltrunk‘nem Mann,
der Kranke, der möchte, doch nicht sterben kann,
der Arzt, tief gebeugt über‘m Unfallpatient,
die Schwester, die auf jedes Klingeln hin rennt,

der Mensch auf der Wache im Feuerwehrhaus,
die Hüter des Rechts in Chaos und Staus,
ein einsamer Mensch, ohne Hoffnung und Geld,
Millionen von Hungernden auf dieser Welt,

die Menschen, den‘ Kriege alles genommen,
dann jene, die niemals wiedergekommen,
geraubt und geschändet, gefangen, gequält,
weil anderen Orts nicht die Menschlichkeit zählt.

Mein Wunsch, dass ein Jeder, der froh feiern kann
nur eine Minute mag denken daran.

Flora von Bistram


#Krakatau


Meine Gedanken wandern immer wieder zu dem erneuten Tsunami...
ein Vulkanausbruch war die Ursache...
da fällt mir der alles vernichtende Ausbruch 1883 ein...
Ich schrieb vor vielen Jahren dazu ein Gedicht:

Krakatau
Wolken jagen sich in Weiten,
Blitze zucken durch die Nacht,
Donner grollt in Finsterzeiten,
Angst der Menschen ist erwacht.

Der Vulkan beginnt zu beben,
wird die Siedlungen vernichten,
und sie laufen um ihr Leben,
müssen auf ihr Heim verzichten.

Alle stürmen durch die Gassen,
jeder zittert, weint und schreit,
zu den Booten drängen Massen,
einz’ge Hoffnung weit und breit.

Wer jetzt stürzt, ist ganz verloren,
Panik tritt was liegt gleich tot,
Schreie treffen taube Ohren,
jeder sieht nur seine Not.

Asche wirft auf alles Schatten,
Feuer frisst sich durch das Land,
zeichnet rot die grünen Matten,
zeigt vernichtend seine Hand.

Gellend tönen ihre Klagen,
doch das stoppt die Lava nicht,
nach der Zukunft flehen Fragen,
stumm erträgt man dieses nicht.

Und vom Meer aus seh`n sie schwinden
ihren Lebensraum, ihr Tal,
müssen neue Wege finden,
haben keine and’re Wahl.

floravonbistram 1988

Geschrieben nachdem ich den Film (von 1969) 
über den Ausbruch des Krakatau 1883 gesehen habe






Montag

#24StundenPflege #OsteuropäischeFrauenalsHauhaltshilfenundPflegerinnen in Deutschland

#OsteuropäischeFrauenalsHauhaltshilfenundPflegerinnen in Deutschland


Wenn die Eltern oder Großeltern alt werden und nicht mehr alleine zurechtkommen, dann stellen sich viele Angehörigen die Frage, wie sie Hilfe und Unterstützung organisieren können. Pflegebedürftige Menschen wollen zumeist in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.


Eine Haushaltshilfe einzustellen ist für viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die beste Lösung, um die Pflege zu Hause leisten zu können. Doch oft sind es keine fairen Rahmenbedingungen, unter denen die zumeist osteuropäischen Frauen in Deutschland arbeiten. Dabei gilt es die Interessen und Wünsche beider Seiten zu berücksichtigen.

Insbesondere müssen die Frauen in Deutschland angemessen bezahlt und sozial- und krankenversichert werden oder, wenn sie sich selbst versichern, die Bezahlung dementsprechend höher ausfallen muss. (Zumal es in dieser Konstellation oft nicht möglich ist, mal einen oder zwei Tage ganz frei zu bekommen, um sich mit Freunden oder Bekannten zu treffen, die nicht in unmittelbarer Umgebung leben.)
Gemessen daran, dass die Frauen oft Monate in fremder Umgebung leben und für die ihnen Anvertrauten da sein müssen, ist eine Netto-Mindestzahlung von 1800 € erforderlich. Fahrgelderstattung ist selbstverständlich.

Daneben müssen die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. Dazu zählt, dass es sich bei der sogenannten 24-Stunden-Pflege nicht um eine Rund-um-die-Uhr Betreuung handeln darf. Rechtlich vorgeschrieben ist eine tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden und die Einhaltung einer täglichen Mindestruhezeit von insgesamt elf Stunden. Außerdem muss ein freier Tag pro Woche gewährleistet sein.


Die Unterbringung der Kräfte ist oft katastrophal. Da ist es ein Raum mit abgestellten Möbeln, dort schlafen Frauen auf Matratzen auf der Erde, auf durchgelegenen Sofas etc. Oder das Bett besteht aus schlecht zusammen gehauenen Balken, bzw Brettern aus denen die Nägel oder Schrauben hervorstehen…


Oft sind es Kellerräume, die als Wohnraum dienen, die Schränke sind gefüllt mit abgelegter Kleidung.
Für wenige ist ein Fernseher oder mal ein Radio vorhanden. Bei vielen gibt es nichts davon. 
Ja, sogar die Zumutung, mit dem zu Pflegenden in einem Zimmer zu schlafen gibt es. Also absolute 24 –Stunden rund um die Uhr Pflege ohne das kleinste bisschen gewahrte Intimsphäre.

Es wird erwartet, dass die Kräfte rund um die Uhr willig auch den absurdesten Anordnungen Folge leisten.
Auch Klebezettel an Schränken oder Regalen machen mich wütend, wenn mir die Fotos gezeigt werden.

Genauso wird oft erwartet, dass die Frauen die gewohnte, oft sehr phantasielose und ungesunde Nahrungszubereitung nachvollziehen, dass sie auch jede Mahlzeit mitessen, ohne dass auf geschmackliche Bedürfnisse der Pflegenden Rücksicht genommen wird.

In vielen Hauhalten gibt es keinerlei Vorräte, was sehr verwunderlich ist, handelt es sich doch um Menschen, die oft noch den Krieg mitgemacht haben. Ohne Vorräte lässt sich in der Küche nicht wirtschaftlich arbeiten.
Auch Geiz trifft man oft an. Es wird nur das Billigste gekauft, Abgelaufenes, während die Angehörigen des Pfleglings oft in Saus und Braus leben. Gespart wird nur an den alten Menschen und ihren Betreuern.

Die meisten der mittlerweile auf über 150.000 geschätzten mittel- und osteuropäischen Frauen, die in Deutschland als Haushaltshilfe arbeiten, können von solchen Arbeitsbedingungen nur träumen.
Für diese Frauen stellt die häusliche Betreuung von Pflegebedürftigen in Deutschland oft die einzige Erwerbsmöglichkeit dar. Sie verlassen ihre eigene Familie, um eine Tätigkeit im Ausland aufzunehmen.

Es muss vorher überlegt werden, ob man sich eine solche Kraft leisten kann oder nicht.

Und was ganz wichtig ist: Es handelt sich um Menschen. Sie haben das absolute Recht, danach behandelt zu werden. Die Pflegekräfte sind keine Sklaven, die auf ein Kommando sofort Dinge erledigen, die mit der Pflege überhaupt nichts zu tun haben. Sie sind keine Prellböcke, zu denen sie oft gemacht werden. Sie werden oft gedemütigt, angeschrien, faul, frech, dumm benannt, wenn sie versuchen, ihre Rechte mal hervorzuheben.
Beschwert sich eine der Pflegerinnen bei den Verwandten, heißt es oft: Sie müssen Verständnis für den alten, kranken Menschen haben!
Dem muss Einhalt geboten werden, denn die meisten haben Verständnis, gehen liebevoll und aufmerksam mit ihren Pfleglingen um. Und sie haben es verdient, auch liebevoll aufgenommen zu werden.

Natürlich gibt es auch die Familien, die dankbar für die Unterstützung sind, eine wirklich schöne Unterbringung, mit allem ausgestattet, für die Pflegekraft haben.
Das darf nicht unerwähnt bleiben, denn nur meckern gilt nicht.

floravonbistram

Mehr zu den Pflegekräften lesen...


Kostenbeispiel für Arbeitgebermodell


Wenn Sie eine polnische Pflegekraft anmelden und selbst beschäftigen, kommen zu den Lohnkosten Sozialversicherungsbeiträge und Steuern hinzu – rechnen Sie hier insgesamt mit mindestens 2.500 Euro pro Monat pro Betreuungsperson. Da Sie bei diesem Modell aufgrund der Erholungszeiten- und Urlaubsansprüche mehrere Betreuungspersonen parallel beschäftigen müssen, belaufen sich die Kosten hier auf mindestens 5.000 Euro monatlich.
Für Kost und Logis sollten Sie zusätzlich rund 420 Euro kalkulieren. Außerdem muss für die Haushaltshilfe eine Unfallversicherung (rund 25 Euro pro Jahr) abgeschlossen werden. Überlegen Sie, ob sie Urlaubs- und Weihnachtgeld zahlen oder anteilig Reisekosten übernehmen wollen.

Kosten des Entsendemodells

Die Kosten für eine polnische Pflegekraft setzen sich aus den Lohnkosten, den Aufwendungen für Kost und Logis, Fahrtkosten sowie eventuell Gebühren der Vermittlungsagentur und des Entsendeunternehmens zusammen. Auch für polnische Haushaltshilfen gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro brutto je Stunde (Stand 2018). Pflegekräfte erhalten sogar 10,55 Euro brutto pro Stunde im Westen und 10,05 Euro brutto je Stunde im Osten Deutschlands (Stand 2018). Als Faustregel gilt: Liegt das Angebot der Agentur oder des ausländischen Arbeitgebers für eine Betreuungskraft wesentlich unter 2.000 Euro, dann wird der Mindestlohn nicht eingehalten.
Für die Beschäftigung einer polnischen/osteuropäischen Helferin können Sie im Einzelfall Leistungen der Pflegeversicherung (z. B. Pflegegeld oder Verhinderungspflege) erhalten. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, z. B. das Vorliegen eines Pflegegrads für den Pflegebedürftigen. Lassen Sie sich dazu ausführlich beraten.
https://www.pflege.de/altenpflege/polnische-pflegekraefte/

Sonntag

Zum Geburtstag der Herbstkinder #MusikzumStreicheln





Musik von #JohannesRKöhler

http://www.musik-zum-streicheln.de/?ih=johannesrkoehler



als medizinisch-therapeutisches Instrument

#Musik zum Streicheln


Als klingende Medizin wird die "Musik zum Streicheln" auch bezeichnet und dies scheint sich erfolgreich immer und immer wieder zu bestätigen. Sie ist wie eine musikalische Seelensprache und erschließt dem Hörer eine völlig neue Empfindungswelt, die ihm seine Seele öffnet. 

Wenn Sie keine Ruhe finden · Wenn Sie Ihre Krankheit bedrückt · Wenn Sie mit Ihrer Trauer nicht fertig werden · Wenn Sie nach Geborgenheit suchen · Wenn Sie ihre Umwelt krank macht · Wenn Sie nicht einschlafen können · Wenn Sie Streß belastet · Wenn Sie das Autofahren nervt · Wenn Sie Ihre Kinder beruhigen wollen · Wenn Sie verliebt sind

oder wenn Sie einfach nicht mehr weiter wissen ... 

» Vortrag / Weltkongress der Neurootologie 2000 in Prag (PDF)
» „MUSIC FOR CARESSING“ as a THERAPEUTIC AGENT for „TINNITUS-PATIENTS (PDF)

Freitag

#Herbst #Herbstlied


#MichaelMotzkek
erlaubte mir, sein Lied für mein Video zu nehmen.
Ich liebe es, erinnert es mich doch in seiner Schlichtheit an
die Lieder vieler Liedermacher meiner Generation.
Danke Michael


Donnerstag

#DonJuan


Ein Don Juan
 
Der Mittvierziger saß in seiner Villa an seinem Schreibtisch und schrieb. Gut sah er aus, war vermögend und er baute darauf, dass es alle honorierten. Drei Ehen hatte er schon hinter sich und als selbst ernannter Don Juan ließ er auch während der Ehen seine Finger nicht von hübschen Frauen. Nun war er also wieder verheiratet, was ihn aber weder mit Blindheit schlug, noch zum monogamen Menschen werden ließ.
„Was  machst Du denn da? Du sitzt beim Schreiben nun schon eine Stunde grinsend und pfeifend da.“
„Ach ich schreibe mir so meine Wünsche auf, die ich erfüllt haben möchte, wenn ich sterbe.“
„Oh du Lieber, du schreibst ein Testament?
„Naja, so ähnlich.“
„Wie, so ähnlich?“
„Ich habe da so letzte weltliche Wünsche, die meine Beerdigung betreffen und dann noch die Wünsche für die Seele.“
Beeindruckt beugte sie sich über den Bogen Papier, der vollgekritzelt war mit kleinen Namen.
„Was sind denn das für Namen, das scheinen ja hunderte zu sein?“
Er schmunzelte.
„Ja, das sind alle Frauen, die ich schon einmal im Leben hatte und ich wünsche mir, dass sie alle zu meiner Beerdigung sich noch einmal top gestylt an mein Grab stellen. Ich habe so herrliche Erinnerungen an sie.“
Sie war  nun aber doch ein wenig konsterniert. „Aha. Und deine Wünsche für die Seele? Du sagtest, die hast du auch?“
„Ja, um keinen Preis soll eine kirchliche Beerdigung abgehalten werden, denn ich möchte eines Tages in die Hölle kommen, da ist es warm und wesentlich mehr los.“ Und fröhlich pfeifend beugte er sich wieder über seinen Schreibblock, um die Namensliste zu vervollständigen.

Auch diese Ehe wurde geschieden.

An einem schönen Sommertag, vierzig Jahre später, lag ein Mann in dem Sterbezimmer der Klinik. Runzelig sein Gesicht, eingefallen und grau, hohl lagen die geschlossenen Augen in den Höhlen. Eine resolute, stämmige Krankenschwester schaute von Zeit zu Zeit nach ihm.
Ganz langsam drängte die Seele aus dem so sehr verbrauchten Körper, er war nutzlos geworden, doch noch konnte sie nicht ganz weichen, wollte sie doch die Freuden des Lebens noch einmal erleben, also blieb sie ganz in der Nähe, um zu sehen, ob auch alle Wünsche erfüllt würden..
„Exitus“, die Schwester verständigte den Großneffen des Mannes, der in den letzten Jahren die Betreuung übernommen hatte und nun für ein weiteres Prozedere zuständig war.
Kopfschüttelnd nahm dieser im Hause des Verblichenen den letzten Willen und damit auch die Liste seines Onkels zur Hand und musste lachen. Welch aberwitziger Wunsch, alle Frauen aus seinem Leben bei der Beerdigung dabei haben zu wollen. Gut, er wollte sehen, was er tun konnte, da musste die Beisetzung aber noch ein paar Tage länger warten.

Die Seele langweilte sich, schaute mal hier nach dem Rechten, mal dort, ärgerte sich, dass es anscheinend nicht so richtig voran ging, doch dann endlich, der große Tag war gekommen, sein letzter großer Abschied und die Seele nahm Platz an dem Rand des Grabes und harrte der wunderschönen Frauen, die nun kommen sollten.
Da, was war das? Eine Prozession von Frauen in Rollstühlen, mit Gehhilfen, Rollatoren, die wenigsten festen Schrittes, bewegte sich auf sein Grab zu.


„Ich Dummkopf, ich Hornochse, wie konnte ich vergessen, dass auch diese herrlichen Wesen, die mir so wunderbar die Zeit vertrieben, einmal altern würden!“
Entsetzt machte die Seele sich auf den Weg himmelwärts, doch als sie klopfte, hielt Petrus  nur ein Blatt Papier in die Luft, ließ es fallen und schlug die Himmelspforte wieder zu.


Also blieb der armen Seele nur der Weg abwärts, wie auf seinem Papier festgehalten, und so kehrte nach dieser wilden Lebenswanderung die Seele in der Hölle ein.
Die Seele des Don Juan war müde und hoffte nun auf den warmen Platz zum Ausruhen, doch um sie herum war es laut, lebhaft, schrill. Alle griffen nach ihr, dass sie  voller Angst um Hilfe rief, doch nur eine dunkle Stimme sprach donnernd zu ihr:
„Du wähltest zu Lebzeiten nur Vergängliches, Lautes, nun bist du hier und deine Hölle wird sein, dieses ertragen zu müssen, bis deine Erkenntnis in dir reift und deine Sehnsucht nach Frieden und Licht so unermesslich stark ist, dass du dann aufsteigen darfst.“

FloravonBistram


1996